Ein außergewöhnliches und bewegendes literarisches Vermächtnis: Die Gedichte der nur elfjährig verstorbenen Nancy Franklin Higham wurden von ihren Eltern in einer seltenen privaten Gedenkausgabe veröffentlicht. Die Verse eines Kindes, das noch wenige Wochen vor seinem Tod voller Lebensfreude über die Schönheit der Natur schrieb, erhalten durch die Umstände ihrer Entstehung und Veröffentlichung eine besondere Eindringlichkeit.
Nancy Franklin Higham (1926–1938): Verses
Einzige Ausgabe. Verlag: [London?], Privately Printed, Easter 1939. Erste Ausgabe. 57 S. Mit fotografischer Porträttafel der Verfasserin. Großzügiger Druck auf kräftigem Büttenpapier mit unbeschnittenen Rändern. Ca. 20 cm. Blauer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückentitel. Mit handschriftlichem französischem Provenienzvermerk vom März 1941 auf dem Vorsatz.
Weltweit nur zwei Bibliotheksnachweise: British Library (Jisc Library Hub Discover, ID 59673424; OCLC 894226471) und Bryn Mawr College (OCLC 220106048; dort abweichend 55 S.). Privatdruck von außerordentlicher bibliographischer Seltenheit.
Nancy Franklin Higham wurde am 24. September 1926 geboren und starb am 12. September 1938, wenige Tage vor ihrem zwölften Geburtstag. Ihre Gedichte entstanden zwischen 1934 und 1938, als sie erst acht bis elf Jahre alt war. Nach ihrem frühen Tod beschlossen ihre Eltern, die Verse als bleibende Erinnerung an ihre Tochter zu veröffentlichen. In der einleitenden Widmung erklären sie, dass die Gedichte bis auf geringfügige Korrekturen von Rechtschreibung und Zeichensetzung unverändert wiedergegeben wurden. Mit der Veröffentlichung wollten sie die Erinnerung an Nancys glückliches Leben bewahren und zugleich jenen Menschen Hoffnung und Trost schenken, die am Verlust des Kindes Anteil genommen hatten.
Die Gedichte handeln von der Schönheit der Natur, den wechselnden Jahreszeiten, von Freude, Hoffnung und religiösem Vertrauen. Besonders berührend ist The Song of the Summer, entstanden am 9. Juli 1938, nur gut zwei Monate vor Nancys Tod. Das Gedicht feiert mit unbeschwerter Begeisterung das erwachende Leben in Blumen, Bäumen, Wiesen und Tieren. Andere Verse zeigen eine erstaunliche gedankliche Reife und beschäftigen sich mit Vergänglichkeit, Glauben und menschlichem Schicksal. Die Sammlung gewinnt ihre besondere Ausdruckskraft aus dem Gegensatz zwischen der Lebensfreude ihrer jungen Verfasserin und dem Wissen um ihren frühen Tod.
Von zusätzlichem historischem Interesse ist ein französischer Provenienzvermerk, der an den Abschied eines Herrn Higham aus Wimbledon im März 1941 erinnert. Er verweist auf das Umfeld eines belgischen Heims für Kriegsversehrte während des Zweiten Weltkriegs. Nancys Mutter war dort möglicherweise Krankenschwester
Der Originalleinenband leicht fleckig und lichtrandig. Innen durchgehend etwas stockfleckig. Insgesamt ein gut erhaltenes Exemplar dieser seltenen und sehr persönlichen Gedenkpublikation.
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