Ein Meilenstein der französischen Literaturgeschichte in limitierter Neuausgabe
Charles Sorel: L'histoire comique de Francion. En laquelle sont découvertes les plus subtiles finesses et trompeuses inventions tant des hommes que des femmes de toutes sortes de conditions et d'âges. Non moins profitable pour s'en garder, que plaisante à la lecture.
Erste Auflage. Verlag: Paris, Jean Fort, 1925, 411 Seiten mit 17 Tafeln und 16 Textillustrationen von Martin Van Maele, Original-Broschurband, 23 x 15 cm
Eines von 1.203 nummerierten Exemplaren, hier Exemplar Nr. 312
Charles Sorels L’histoire comique de Francion, erstmals erschienen 1623 und später mehrfach erweitert, gilt als ein Meilenstein der französischen Literaturgeschichte – eine Schlüsseltext der frühneuzeitlichen Romanentwicklung, der zwischen Schelmenroman, Gesellschaftssatire und Frühform des realistischen Romans oszilliert.
Im Mittelpunkt steht Francion, ein gewitzter junger Mann aus gutem Hause, der sich – halb Abenteurer, halb Moralist – durch die verschiedensten gesellschaftlichen Milieus schlägt: von der Provinz bis zur Pariser Oberschicht, vom Hof bis ins Gauner- und Künstlerleben. Dabei entlarvt Sorel mit scharfer Beobachtungsgabe und ironischem Witz die Eitelkeiten, Lügen, Intrigen und Betrügereien seiner Zeit – sowohl bei Männern wie bei Frauen, Jungen wie Alten.
Was als komischer Roman daherkommt, ist zugleich ein aufgeklärter Kommentar zur menschlichen Schwäche, ein satirischer Spiegel der Gesellschaft des 17. Jahrhunderts und ein Versuch, dem bis dahin dominierenden Liebes- und Abenteuerroman eine neue, „wahrere“ Form entgegenzusetzen.
L’histoire comique de Francion ist ebenso unterhaltsam wie aufklärerisch, ein Werk voller listiger Wendungen, stilistischer Raffinesse und psychologischer Beobachtung – ein literarischer Vorläufer des realistischen Romans à la Fielding, Cervantes oder Diderot.
Teils schwach braunfleckig, sonst sehr gutes sauberes Exemplar

