Warum wachsen Pflanzen, wie sie wachsen – und welche Gesetzmäßigkeiten kann der Gärtner für sich nutzbar machen? Mit dieser Fragestellung erschließt Paul Sorauer die damals noch junge Wissenschaft der Pflanzenphysiologie für die praktische Gartenbauarbeit und schafft ein bemerkenswertes Bindeglied zwischen botanischer Forschung und gärtnerischer Praxis.
Paul Sorauer: Populäre Pflanzenphysiologie für Gärtner. Ein Ratgeber bei Ausführung der praktischen Arbeiten wie auch ein Leitfaden für den Unterricht an Gärtnerlehranstalten.
Erste Auflage. Verlag: Stuttgart, Verlag von Eugen Ulmer, 1891. 247 S. mit 33 Abbildungen. Halbleinenband der Zeit.
Der bekannte Pflanzenpathologe und Botaniker Paul Sorauer vermittelt in diesem Werk die grundlegenden Lebensvorgänge der Pflanzen in allgemein verständlicher Form. Behandelt werden unter anderem Aufbau und Funktion von Wurzel, Stamm und Blatt, Wasseraufnahme und Transpiration, Ernährung der Pflanzen, Wachstumsprozesse, Vermehrung, Schnittmaßnahmen sowie die theoretischen Grundlagen des Gießens und Düngens. Zahlreiche instruktive Textabbildungen veranschaulichen anatomische Strukturen und physiologische Zusammenhänge.
Besonders reizvoll ist die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse des praktischen Gärtners. Sorauer verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit unmittelbar anwendbaren Empfehlungen für Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenkulturen und macht die oft komplexen Vorgänge des Pflanzenlebens auch für den Nichtfachmann nachvollziehbar. Damit dokumentiert das Werk zugleich den Stand der botanischen Wissenschaft und des Gartenbaus im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Heute zählt die Populäre Pflanzenphysiologie zu den interessanten Quellen der Gartenbau- und Wissenschaftsgeschichte und bietet einen aufschlussreichen Einblick in die Entwicklung moderner gärtnerischer Lehr- und Fachliteratur. Ein attraktives Exemplar für Sammler botanischer Werke, Gartenhistoriker und Liebhaber klassischer Naturwissenschaften.
Der Einband mit altersbedingten Gebrauchsspuren und beriebenen Kanten. Innen durchgehend sauber, nur vereinzelt geringfügig stockfleckig. Der Buchblock fest und insgesamt gut erhalten. Ein ansprechendes Exemplar dieser selten angebotenen frühen gartenbaulichen Fachschrift.
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