Ein Standardwerk der historischen Spitzenkunde aus den Anfängen der kunstgewerblichen Forschung – reich ausgestattet und bis heute ein wichtiges Referenzwerk zur Geschichte europäischer Spitzenarbeiten.
Albert Ilg: Geschichte und Terminologie der alten Spitzen. Vorträge, gehalten im k. k. Österreichischen Museum für Kunst und Industrie am 20. und 27. Jänner 1876
Erste Ausgabe. Verlag: Wien, Lehmann & Wentzel, 1876. 64 Seiten und 4 Tafeln. Marmorierter Halbleinenband der Zeit. 22 x 13 cm
Mit dieser grundlegenden Studie legte Albert Ilg (1847–1896), einer der bedeutendsten österreichischen Kunsthistoriker des 19. Jahrhunderts und später Direktor des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, eine der frühen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Geschichte der europäischen Spitze vor. Die Schrift geht auf zwei vielbeachtete Vorträge zurück, die im Wiener Museum für Kunst und Industrie gehalten wurden und einen wichtigen Beitrag zur kunsthistorischen Erforschung textiler Kunsttechniken darstellen.
Ilg zeichnet die Entwicklung der Spitzenkunst von ihren Ursprüngen bis zu ihren Blütezeiten nach und erläutert die unterschiedlichen Herstellungsverfahren sowie die oft verwirrende Terminologie der historischen Spitzenarten. Besonderes Augenmerk gilt den bedeutenden Produktionszentren Italiens, Flanderns und Frankreichs sowie den stilistischen Merkmalen und kunsthandwerklichen Qualitäten der verschiedenen Spitzenformen. Die Untersuchung verbindet kunsthistorische Analyse mit praktischer Kenntnis der Textilkunst und gehört zu den frühen wissenschaftlichen Arbeiten, welche die dekorativen Künste als eigenständiges Forschungsgebiet etablierten.
Besonders reizvoll sind die beigefügten Lichtdrucktafeln nach Originalspitzen aus den Sammlungen des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie. Sie vermitteln einen anschaulichen Eindruck der außerordentlichen Feinheit und Vielfalt historischer Spitzenarbeiten und machen das Werk zugleich zu einem attraktiven Sammlerstück für Liebhaber kunstgewerblicher Literatur.
Bibliotheksstempel des Gewerbemuseums Winterthur auf dem Titelblatt. Der Einband mit leichten Alters- und Gebrauchsspuren. Innen sauber und gut erhalten, vereinzelt gering fleckig. Insgesamt ein schönes und gut erhaltenes Exemplar dieser frühen und gesuchten Veröffentlichung zur Geschichte der Spitzenkunst.
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