Eine der großen deutschsprachigen Darstellungen der islamischen Geschichte des 19. Jahrhunderts: Gustav Weils monumentale Geschichte der Kalifen führt von den Anfängen des Islam über die arabischen Eroberungen bis zu den großen islamischen Herrscherdynastien und erschließt dabei zahlreiche arabische und orientalische Geschichtsquellen.
Gustav Weil: Geschichte der Chalifen. Nach handschriftlichen, größtentheils noch unbenutzten Quellen bearbeitet.
Erstausgabe. Verlag: Mannheim, Verlag von Friedrich Bassermann, 1846–1851. Bd. 1 bis 3 (von 5). Mit Anmerkungen, Quellenverweisen, historischen und genealogischen Erläuterungen sowie Registern. Drei dekorative, einheitliche Halbpergamentbände der Zeit mit reich goldverzierten Pergamentrücken, schwarzen Rückenschildern, marmorierten Deckeln, farbig marmorierten Vorsätzen und rotem Schnitt.
Gustav Weil (1808–1889) zählt zu den bedeutenden deutschen Orientalisten des 19. Jahrhunderts. Als hervorragender Kenner der arabischen Sprache und Literatur widmete er sich insbesondere der Geschichte des Islam und seiner politischen und religiösen Entwicklung. Seine Darstellung der Kalifengeschichte beruht auf einer umfangreichen Auswertung orientalischer Handschriften und historischer Überlieferungen, die der europäischen Forschung seiner Zeit teilweise noch kaum zugänglich waren.
Das Werk schildert den Aufstieg des islamischen Weltreichs nach dem Tod Mohammeds, die Herrschaft der ersten Kalifen und die großen Eroberungszüge in Vorderasien, Nordafrika und Spanien. Es behandelt die innerislamischen Machtkämpfe, die Entstehung der verschiedenen Herrscherdynastien und die politischen, religiösen und kulturellen Veränderungen innerhalb der islamischen Welt.
Ausführliche Abschnitte gelten den Umayyaden und Abbasiden, den politischen Verhältnissen in Bagdad und Damaskus sowie den Auseinandersetzungen zwischen den islamischen Reichen und ihren christlichen Nachbarn. Besondere Aufmerksamkeit widmet Weil den bedeutenden Herrscherpersönlichkeiten, den militärischen Unternehmungen und den dynastischen Verflechtungen der islamischen Geschichte.
Durch seine umfassende Quellenkenntnis und die Verbindung von politischer Geschichte, Biographie und Religionsgeschichte gehört das Werk zu den bemerkenswerten Leistungen der frühen wissenschaftlichen Orientalistik in Deutschland.
Innen stellenweise etwas stockfleckig, ansonsten sauber und gut erhalten. Insgesamt ein attraktives, einheitlich gebundenes Exemplar dieses bedeutenden orientalistischen Geschichtswerks.
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