Ein faszinierendes Dokument aus der Frühzeit moderner Archivwissenschaft – verfasst von einem praktizierenden Kantonsarchivar und bis heute von großem Interesse für Archivare, Historiker und Verwaltungsgeschichtler.
Franz Xaver Bronner: Anleitung, Archive und Registraturen nach leichtfaßlichen Grundsätzen einzurichten und zu besorgen
Erste Ausgabe. Verlag: Aarau, Heinrich Remigius Sauerländer, 1832. 112 Seiten. Marmorierter Pappband der Zeit. 20 x 12 cm
Mit dieser bemerkenswerten Schrift legte Franz Xaver Bronner (1758–1850), Archivar des Kantons Aargau, einen frühen Leitfaden zur systematischen Ordnung und Verwaltung von Archiven vor. Das Werk entstand in einer Zeit tiefgreifender Verwaltungsreformen und dokumentiert den Übergang von älteren Registratur- und Ablagesystemen zu modernen archivischen Ordnungsprinzipien.
Bronner behandelt die praktische Einrichtung von Archiven, die Bildung von Aktenklassen, die sachgerechte Ordnung von Real- und Personalia-Akten, die Führung von Registern sowie die Verwaltung älterer und neuerer Archivbestände. Besondere Aufmerksamkeit widmet er Fragen der Aktenerschließung, der alphabetischen Ordnung, der Behandlung von Urkunden und Siegeln sowie der langfristigen Nutzbarkeit staatlicher Archive. Zahlreiche Beispiele aus dem Aargauer Staatsarchiv verleihen der Darstellung einen hohen Praxisbezug.
Das Werk zählt zu den frühen deutschsprachigen Handbüchern der Archivkunde und vermittelt einen aufschlussreichen Einblick in die Entwicklung moderner Verwaltungs- und Informationsstrukturen des 19. Jahrhunderts. Für die Geschichte des Archivwesens, der Bürokratie und der öffentlichen Verwaltung stellt die Schrift eine wichtige Quelle dar. Entsprechend selten begegnen frühe archivwissenschaftliche Veröffentlichungen heute im Handel.
Innen sauber und insgesamt ungewöhnlich frisch erhalten; lediglich vereinzelt gering fleckig. Insgesamt ein sehr gutes Exemplar dieser seltenen archivgeschichtlichen Veröffentlichung.

