Eine umfangreiche Predigtsammlung der lutherischen Orthodoxie des 18. Jahrhunderts, die neben ihrem theologischen Inhalt besonders als Zeugnis protestantischer Predigt- und Alltagskultur der Aufklärungszeit interessant ist
Caspar Jacob Huth: Erbauliche Sonn- und Festtags-Predigten, auf Verlangen mit einer wichtigen Vorrede von denen stärksten und überzeugenden Gründen. Versehen von M. Johann Christoph Ammon.
Erste Ausgabe. Verlag: Schwabach, Johann Gottlieb Mizler, 1767. Kl.-4°. 20 Bl., 1278 S., 3 Register. Mit zahlreichen typographischen Zierstücken und Holzschnittvignetten. Halblederband der Zeit, 22 x 18 cm
Caspar Jacob Huth (1711–1760), Professor der Theologie und Pastor in Erlangen, gehörte zu den protestantischen Theologen der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die postum erschienene Sammlung führt durch das Kirchenjahr und versammelt Predigten zu den Sonn- und Festtagen, von Advent und Weihnachten über Passion und Ostern bis zu Pfingsten und den Sonntagen nach Trinitatis. Eine bibliographisch nachgewiesene spätere Ausgabe erschien 1769 in Schwabach.
Die Predigten verbinden die Auslegung der jeweiligen biblischen Texte mit Fragen des christlichen Lebens. Wiederkehrende Themen sind Glaube und Zweifel, Sünde und Buße, Tod und Auferstehung, das Verhältnis des Menschen zu Gott sowie die praktische Bewährung religiöser Überzeugungen im Alltag. Damit vermittelt der Band einen unmittelbaren Eindruck davon, welche moralischen und religiösen Fragen in der protestantischen Predigt des 18. Jahrhunderts behandelt wurden.
Bemerkenswert ist auch die ausführliche Vorrede Johann Christoph Ammons, die sich mit grundlegenden Fragen der christlichen Apologetik beschäftigt: der Existenz Gottes, der göttlichen Autorität der Bibel und dem Anspruch Christi als Messias. Dadurch geht der Band über eine reine Sammlung von Sonntagspredigten hinaus und spiegelt zugleich die theologischen Auseinandersetzungen seiner Zeit.
Der zeitgenössische Einband stark berieben und beschabt, Rücken und Deckelbezüge mit größeren Fehlstellen, oberes Kapital beschädigt. Titelblatt mit Knick- und Gebrauchsspuren, innen vereinzelt fleckig bzw. mit kleinen Randläsuren. Der umfangreiche Buchblock insgesamt jedoch solide und für sein Alter ordentlich erhalten.
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