Ein äußerst seltener katholischer Erziehungsratgeber der Barockzeit, der Eltern ihre Verantwortung für die weltliche und geistliche Erziehung der Kinder eindringlich vor Augen führt.
Johann Christoph Beer: Das Gericht der Elteren auf dieser Welt. Das ist: Kurtze und deutliche Erklärung der grossen Schuldigkeit der Elteren, welche sie haben ihre Kinder ehrlich und christlich zu erziehen.
Erste Auflage. Verlag: Linz, Franz Anton Ilger, 1751. 144 Seiten. Halblederband der Zeit, 17 x 10 cm
Johann Christoph Beer (1690–1760), Pfarrer in Gottermannshofen im Landkapitel Wertingen, verfasste dieses Werk als praxisnahen Leitfaden katholischer Familien- und Glaubenserziehung. In Form lebendiger Dialoge zwischen Eltern und einem Pfarrer erläutert er die Pflichten christlicher Eltern gegenüber ihren Kindern und verbindet seelsorgerliche Unterweisung mit konkreten Beispielen aus dem Alltagsleben. Das Werk erschien 1751 beim Linzer Verleger Franz Anton Ilger und zählt zu den charakteristischen österreichischen Erbauungs- und Belehrungsschriften des 18. Jahrhunderts.
Der erste Teil widmet sich den weltlichen Pflichten der Eltern, insbesondere der Kindererziehung, Berufswahl und sittlichen Bildung. Im zweiten Teil stehen die religiöse Unterweisung, die Vermittlung der Glaubenslehre, die Teilnahme am kirchlichen Leben sowie die Verantwortung der Eltern für das Seelenheil ihrer Kinder im Mittelpunkt. Die dialogische Gestaltung verleiht dem Werk einen ausgesprochen lebensnahen Charakter und macht es zu einer interessanten Quelle für die katholische Pädagogik und Frömmigkeitsgeschichte des süddeutsch-österreichischen Raumes im Zeitalter der Aufklärung.
Von besonderem bibliographischem Interesse ist die außerordentliche Seltenheit der Ausgabe. Nach dem Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) ist lediglich ein Exemplar der Linzer Ausgabe in der Österreichischen Nationalbibliothek nachweisbar. Entsprechend selten erscheint das Werk im Antiquariatshandel und besitzt sowohl sammlerischen als auch wissenschaftlichen Reiz.
Erhaltungszustand: Zeitgenössischer Halblederband mit altersgemäßen Gebrauchsspuren und leicht beriebenem Rücken. Innen sauber und wohlerhalten, nur vereinzelt gering altersfleckig. Insgesamt ein sehr gutes Exemplar dieser ausgesprochen seltenen Ausgabe.
Nur vereinzelt gering altersfleckig. Insgesamt ein sehr gutes Exemplar dieser ausgesprochen seltenen Ausgabe
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