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Ein bemerkenswert frühes Periodikum der deutschen Aufklärung, das Naturbeobachtung, Landwirtschaft, Technik und praktische Haushaltungslehre zu einem ungewöhnlich vielseitigen Wissenskompendium verbindet.

 

Johann Albrecht Gesner / Johann Christoph Erhardt: Selecta Physico-Oeconomica, Oder angenehme und nützliche Sammlungen von allerhand zur Natur-Forschung und Haushaltungs-Kunst gehörigen Begebenheiten, Erfindungen, Versuchen, Vorschlägen, und darüber gemachten Anmerckungen. Samt einer Nachricht von alten und neuen, hierzu dienlichen Büchern und Schrifften. Erster Band

 

Erster Band der Originalausgabe. Verlag: Stuttgart, Johann Christoph Erhardt, 1749–1752. Erster Band (von 3), Stück 1–6 (von 17). 8°. 531 S., Register. Pappband der Zeit mit Rotschnitt und späterem Rückenschild.

 

Die Selecta Physico-Oeconomica gehören in die Frühzeit jener gelehrten Zeitschriften, die naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht allein theoretisch vermitteln, sondern unmittelbar für Landwirtschaft, Gewerbe und täglichen Haushalt nutzbar machen wollten. Beobachtungen und Versuche stehen neben praktischen Anleitungen und Berichten über neue Erfindungen – ganz im Sinne der aufklärerischen Vorstellung, Wissen müsse einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen entfalten. Die Forschung ordnet das Periodikum entsprechend in die Entwicklung des landwirtschaftlichen und ökonomischen Wissensaustauschs des 18. Jahrhunderts ein.

 

Das thematische Spektrum ist außerordentlich breit. Behandelt werden Pflanzen und ihre Kultivierung, Obst- und Gartenbau, Naturgeschichte und Mineralogie ebenso wie technische und handwerkliche Verfahren. Beiträge über Farben, Färbemethoden und Materialien stehen neben Beobachtungen zu Naturerscheinungen und Vorschlägen zur Verbesserung landwirtschaftlicher und hauswirtschaftlicher Arbeitsweisen. Gerade diese Mischung aus wissenschaftlicher Neugier und praktischer Verwertbarkeit vermittelt anschaulich den Wissenshorizont der Mitte des 18. Jahrhunderts.

 

Von besonderem Interesse sind die Beiträge mit regionalem Bezug zu Württemberg. Die Zeitschrift veröffentlichte beispielsweise naturhistorische und mineralogische Beobachtungen sowie Nachrichten über neu entdeckte Rohstoffe; spätere Stücke berichten sogar über die Suche nach einheimischem Marmor für den Bau des Neuen Schlosses in Stuttgart. Damit ist die Sammlung zugleich eine ergiebige Quelle zur frühen angewandten Naturforschung und zur Wirtschafts- und Technikgeschichte Südwestdeutschlands.

 

Einband berieben. Innen nur vereinzelt etwas gebräunt bzw. fleckig, insgesamt erstaunlich sauber und frisch. Ein ordentliches Exemplar dieses seltenen frühen naturwissenschaftlich-ökonomischen Periodikums.

 

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EA 1749 - Nützliche Sammlungen von allerhand zur Natur-Forschung und Haushaltung

200,00 €Preis
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