Ein prachtvoll illustriertes Schlüsselwerk der barocken Gartenkunst, das die geometrische Gestaltung französischer Lustgärten mit zahlreichen Gartenplänen, Parterres, Irrgärten und Wasserkünsten unmittelbar vor Augen führt.
Antoine-Joseph Dézallier d’Argenville [auf dem Titel unter Alexandre Le Blond]: Die Gärtnerey, So wohl In ihrer Theorie oder Betrachtung, als Praxi oder Übung
Erste deutsche Ausgabe. Verlag: Franz Anton Danreitter. Augsburg, Johann Andreas Pfeffel, 1731. 8°. Doppelseitiger typographischer Titel, 6 Bl., 368 S. Mit allegorischem Kupferfrontispiz und 36 meist doppelblattgroßen bzw. gefalteten Kupfertafeln. Neuerer dunkelgrüner Leinenband mit Blindprägung und goldgeprägtem Rückentitel.
Das erstmals 1709 in Paris erschienene Werk gehört zu den einflussreichsten Schriften über die Gestaltung des französischen Barockgartens. Tatsächlicher Verfasser war Antoine-Joseph Dézallier d’Argenville; Alexandre Le Blond, dem die deutsche Ausgabe das Werk zuschreibt, lieferte Entwürfe für die Kupfertafeln. Die deutsche Übersetzung von Franz Anton Danreitter machte die französische Gartentheorie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Die Zuschreibungsgeschichte und die erste deutsche Ausgabe von 1731 sind bibliographisch gut dokumentiert.
In vier großen Teilen behandelt das Buch Theorie und praktische Anlage des Lustgartens: die Aufteilung des Geländes, Parterres und Broderien, Alleen, Hecken, Labyrinthe, Gartenhäuser, Terrassen und Treppen ebenso wie Pflanzung und Pflege von Blumen und Orangenbäumen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Wasser – von der Suche und Heranführung bis zur Anlage von Springbrunnen, Kaskaden und anderen Wasserkünsten. Die zahlreichen Kupfer machen die Gestaltungsprinzipien anhand konkreter Grundrisse und Ornamententwürfe anschaulich und verleihen dem Werk seinen besonderen dekorativen Reiz.
Über die praktische Gartenlehre hinaus dokumentiert das Werk die Ästhetik des streng gegliederten französischen Gartens, wie sie im Gefolge Le Nôtres europaweit prägend wurde. Symmetrie, Sichtachsen, ornamentale Parterres und die architektonische Behandlung der Natur werden zu einem zusammenhängenden Gestaltungssystem verbunden. Entsprechend gilt das Werk in der Fachliteratur als eine der bedeutenden theoretischen Darstellungen des formalen Gartens im frühen 18. Jahrhundert.
Leinenband etwas berieben und fleckig. Innen stellenweise gebräunt bzw. fleckig; einige der großen Falttafeln mit Knickspuren und kleineren Randläsuren. Insgesamt ein ansprechendes Exemplar dieser reich illustrierten und gesuchten ersten deutschen Ausgabe.
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