Frühe wissenschaftliche Abhandlung zur systematischen Erforschung und rationalen Bekämpfung von Viehseuchen.
Johann Gottlieb Wolstein: Anmerkungen über die Viehseuchen in Oesterreich, nebst einer Abhandlung gegen das Umbringen der Thiere in Seuchen.
Verlag: Wien, bey Joseph Camessina & Comp., 1798. Neue Auflage. 147 Seiten, Halblederband der Zeit, 21 x 12 cm
Bedeutende veterinär- und medizinhistorische Schrift der späten Aufklärung zur Bekämpfung von Viehseuchen im habsburgischen Österreich. Johann Gottlieb Wolstein, einer der Begründer der wissenschaftlichen Tierheilkunde im deutschen Sprachraum, analysiert Ursachen, Verlauf und Verbreitungswege epidemischer Tierkrankheiten und wendet sich zugleich ausdrücklich gegen das reflexhafte Töten ganzer Tierbestände als alleinige Maßnahme. Stattdessen plädiert er für Beobachtung, Quarantäne, Hygiene und systematische Berichterstattung.
Von besonderem Interesse ist die beigefügte, großformatig gefaltete Stand- und Rapporttabelle, die den statistischen Zugriff der frühmodernen Verwaltung auf Seuchengeschehen dokumentiert und den praktischen Anspruch des Werkes unterstreicht. Der Band stellt damit eine wichtige Quelle zur Geschichte der Veterinärmedizin, der Agrarökonomie sowie der staatlichen Gesundheits- und Ordnungspolitik um 1800 dar.
Gutes, sauberes Exemplar mit altersbedingter Patina; Papier frisch, Druck klar. Der zeitgenössische Einband berieben, aber in solider Erhaltung, mit leichten Gebrauchsspuren.

