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Ein bedeutendes Grönlandwerk des 18. Jahrhunderts: David Cranz’ reichhaltige Darstellung verbindet frühe Ethnographie und Naturkunde mit der Geschichte der Herrnhuter Mission und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen deutschsprachigen Quellen über Grönland.

 

 

David Cranz: Historie von Grönland enthaltend Die Beschreibung des Landes und der Einwohner etc. insbesondere die Geschichte der dortigen Mission der Evangelischen Brüder zu Neu-Herrnhut und Lichtenfels.

Verlag: Barby, bei Heinrich Detlef Ebers, und Leipzig, in Commission bei Weidmanns Erben und Reich, 1770. Zweite, erweiterte Auflage des Hauptwerks; die Fortsetzung in erster Ausgabe. 3 Bände. 8°. Hauptwerk: [16] Bl., 1132 S., [14] Bl.; Fortsetzung: [6] Bl., 360 S., [6] Bl. Mit 2 gefalteten Kupferstichkarten und 3 (von 6) gefalteten Kupfertafeln. Zeitgenössische Halblederbände mit Rückenvergoldung und Rückenschildern, Rotschnitt.

 

Eines der bedeutenden deutschsprachigen Grönlandwerke des 18. Jahrhunderts. David Cranz (1723–1777), Historiker und Missionar der Herrnhuter Brüdergemeine, verbindet darin Reise- und Landesbeschreibung, Naturgeschichte, Ethnographie und eine ausführliche Geschichte der herrnhutischen Mission. Die zuerst 1765 erschienene Arbeit fand rasch internationale Beachtung und wurde bereits im 18. Jahrhundert ins Englische, Niederländische und Schwedische übertragen.

 

Die Darstellung reicht weit über eine reine Missionsgeschichte hinaus. Cranz behandelt Geographie und Natur Grönlands ebenso wie Lebensweise, Behausungen, Jagd und Fischfang, gesellschaftliche Verhältnisse, Gebräuche und religiöse Vorstellungen der grönländischen Bevölkerung. Gerade diese detaillierten Beobachtungen machen das Werk zu einer wichtigen Quelle für die europäische Wahrnehmung Grönlands im 18. Jahrhundert.

 

Von besonderem Reiz sind die gefalteten Kupfer: Neben kartographischen Darstellungen zeigen sie unter anderem grönländische Wohnformen, Siedlungen und die Missionsstationen Neu-Herrnhut und Lichtenfels. Die 1770 erstmals erschienene Fortsetzung führt die Missionsgeschichte bis 1768 weiter und ergänzt das Hauptwerk um weitere naturgeschichtliche Beobachtungen. Die vollständige Folge von Hauptwerk und Fortsetzung bildet damit Cranz' umfangreiche zeitgenössische Darstellung Grönlands.

 

 

Drei zeitgenössisch gebundene Bände mit Alters- und Gebrauchsspuren; Einbände berieben und bestoßen, Rücken mit Bezugsfehlstellen und alten Signaturschildchen. Innen stellenweise etwas gebräunt bzw. fleckig. Von den acht vorgesehenen Kupfertafeln bzw. -karten sind fünf vorhanden, die Tafeln V–VII fehlen. Insgesamt trotz der genannten Mängel ein ansprechendes und umfangreich erhaltenes Exemplar dieses bedeutenden Grönlandwerks.

 

Hier finden Sie weitere historische Länderbeschreibungen

 

1770 - Cranz: Historie von Grönland

480,00 €Preis
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