Seltene venezianische Ausgabe dieses eindrucksvollen Ritual- und Exorzismusbuches, zugleich Zeugnis barocker Frömmigkeit, kirchlicher Zaubermedizin und volkstümlicher Beschwörungspraxis
Bernardus Sannig: Collectio sive Apparatus Absolutiorum, Benedictionum, Conjurationum.
Verlag: Venedig, Recurti 1734. 466 Seiten, Halbpergamentband der Zeit, 15 x 9 cm
Seltene Ausgabe. – Sammlung von Formeln, Riten und Segenssprüchen, die bei Exorzismusübungen, Benediktionen und kirchlichen Beschwörungen rezitiert werden. Enthält Anweisungen und Gebete zur Austreibung von Dämonen, zur Segnung von Personen, Tieren, Häusern und Gegenständen sowie zur Abwehr von Krankheiten und geistigen Leiden. Neben offiziellen liturgischen Texten finden sich zahlreiche volkstümliche und magisch-apotropäische Elemente, die das Werk auch aus kulturgeschichtlicher Sicht besonders interessant machen.
Der Franziskaner Bernard Sannig (1638–1704) war „eine Zeit lang Lector des Kanonischen Rechts im Convente Maria-Schnee zu Prag, Generalvicar der Provinz, wiederholt Provinzial der böhmischen Ordensprovinz“ (ADB). Er gilt als einer der bedeutenden Vertreter barocker Ordensfrömmigkeit in Mitteleuropa. Seine „Collectio“ diente Geistlichen als praktisches Handbuch für die Seelsorge, insbesondere für die Anwendung von Segensriten, Reinigungszeremonien und Exorzismen im kirchlichen Alltag.
Aus der Bibliothek des Bibliophilen Johann Christoph Andreas Mayr – mit seinem gestochenen Exlibris auf dem Innendeckel („Aris. Libris. Tumulo“ über einer Konsole mit Wappenschild und Krone; Warnecke, Die deutschen Bücherzeichen, Nr. 1261).
Einband berieben, sonst sehr wohlerhaltenes Exemplar in altersgemäßem Zustand
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