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Hier spricht nicht die offizielle lateinische Kirchengeschichte, sondern die niederdeutsche Stimme des spätmittelalterlichen Münsterlandes.


Westfälische Handschrift – Niederdeutsche Münsteraner Bischofschronik.Um 1488 - 1490. Handschrift auf Papier. 120 num. Blätter. 21 × 17 cm. Zeitgenössischer flexibler Pergamenteinband. Block mit Pergamentstreifen geheftet.


Umfangreiche niederdeutsche Chronik des Bistums Münster mit fortlaufender Geschichte und Sukzession der Münsteraner Bischöfe („Catalogus Episcoporum“). Bereits der Beginn nennt ausdrücklich eine:


„Cronica offn Catalogus Episcoporum Mimigardevordensium“


also eine Chronik bzw. ein Verzeichnis der Bischöfe von Mimigardeford, dem alten Namen Münsters.


Die Handschrift behandelt in chronologischer Folge die Münsteraner Bischöfe, darunter den hl. Ludgerus („Sanctus Ludgerus der erste Bischop“), ferner u. a. Otto von Hoya, Florentius, Conradus und weitere Amtsinhaber des Hochstifts. Der Text verbindet historische Nachrichten, biographische Notizen und Ereignisse der Bistumsgeschichte in niederdeutscher Volkssprache mit einzelnen lateinischen Einschüben.


Besonders bemerkenswert ist die konsequent westfälisch-niederdeutsche Sprachform mit charakteristischen Formen wie „dat“, „unde“, „tho“, „Bischop“, „geboiren“ etc. Der Codex steht damit in der Tradition der spätmittelalterlichen Münsteraner Bistumschronistik, dürfte jedoch keine reine lateinische Kompilation, sondern eine eigenständige volkssprachliche Bearbeitung bzw. Überlieferung darstellen.


Mehrfach erscheinen Datierungen des späten 15. Jahrhunderts, darunter insbesondere:

„Anno Dni 1488“

sowie Hinweise auf den Kölner Erzbischof und Münsteraner Administrator Hermann von Hessen, was die zeitliche Einordnung zusätzlich stützt.


Die Schrift ist eine spätmittelalterliche niederdeutsche Bastarda/Kursive. Ausstattung bewusst schlicht ohne Rubrizierungen oder ausgeführte Initialen, was auf eine funktionale historische Gebrauchshandschrift und nicht auf einen repräsentativen Schaumanuskriptband schließen lässt. Gerade solche Arbeitscodices bewahren nicht selten seltene oder unikale Textfassungen regionaler Chronistik.


Die letzten Blätter mit späteren Federproben, Schreibübungen und Namenseinträgen – darunter wohl „Anton Joseph Grimmel“ – stammen offenbar von späteren Besitzern bzw. Nutzern des 17. Jahrhunderts und dokumentieren die lange Gebrauchsgeschichte des Bandes.


Insgesamt ein bemerkenswertes westfälisches Geschichtszeugnis mit erheblichem Interesse für:

  • Münsteraner und westfälische Landesgeschichte,

  • niederdeutsche Sprachgeschichte,

  • spätmittelalterliche Historiographie,

  • sowie Handschriften- und Regionaliensammler.


Zustand: Gebrauchs- und Altersspuren, teils fleckig und randknittrig, vereinzelte Feuchtigkeitsspuren und spätere Eintragungen; insgesamt jedoch bemerkenswert geschlossen und gut lesbar erhalten. Zeitgenössischer Pergamenteinband mit deutlichen Gebrauchsspuren.

1490 - Westfälische Handschrift – Niederdeutsche Münsteraner Bischofschronik

1.600,00 €Preis
    • Umfang: 120 nummerierte Blätter

    • Format: ca. 21 × 17 cm

    • Material: Papierhandschrift

    • Einband: zeitgenössischer flexibler Pergamenteinband

    • Bindung: Block mit Pergamentstreifen geheftet

    • Sprache: niederdeutsch / mittelniederdeutsch mit lateinischen Einschüben

    • Schrift: spätmittelalterliche Bastarda bzw. niederdeutsche Kursive

    • Datierung: wohl Ende 15. Jahrhundert bzw. um 1488–1500

    • Provenienz: spätere Federproben und Namenseinträge des 17. Jahrhunderts, darunter wohl „Anton Joseph Grimmel“

    • Inhalt: niederdeutsche Chronik und Bischofsgeschichte des Hochstifts Münster („Catalogus Episcoporum Mimigardevordensium“)

    • Genannte Personen: u. a. Sanctus Ludgerus, Otto von Hoya, Florentius, Conradus, Hermann von Hessen

    • Ausstattung: ohne Rubrizierungen und Schmuckinitialen

    • Besonderheiten: volkssprachliche westfälische Geschichtshandschrift mit zahlreichen historischen Nachrichten zu den Münsteraner Bischöfen

    • Erhaltung: alters- und gebrauchsbedingt fleckig sowie teils randknittrig, insgesamt jedoch bemerkenswert geschlossen und gut lesbar erhalten

    • Seltenheit: wohl seltene bzw. möglicherweise unikale niederdeutsche Überlieferung einer Münsteraner Bischofschronik

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